Wie funktioniert TRE?

Wenn wir uns in gefährlichen Situationen befinden, so wird vor allem unsere Posas-Muskulatur aktiv. Der Psoas liegt im Beckenbereich und verbindet unseren Oberkörper mit unseren Beinen. Er ist normalerweise dafür verantwortlich, dass wir Kampf- und Flucht-Reaktionen und -Bewegungen ausleben können, um uns zu schützen. Der Körper reagiert in bedrohlichen Situationen schnell und reflexartig. Wenn diese Reaktion nicht physiologisch ablaufen konnte, so hält sich die Spannung fest im Körper. Es ist dabei egal, ob wir uns rein körperlich oder psychisch bedroht fühlen – selbst die Vorstellung an etwas kann sich gefährlich anfühlen.

Ungelöster Stress und Traumata führen zu einem angespannten Psoasmuskel, der überschüssige Energie festhält. Zeichen von festgehaltener Energie können sein: Schmerzen, Verspannungen, Verdauungsprobleme, Schlafstörungen, Autoimmunerkrankungen, Depressionen, PTBS, Ängste, Wut, Burnout… etc. 

Die TRE Übungen mobilisieren den Psoas, wodurch sich nach und nach ein Zittern und spontane neuromuskuläre Bewegungen im ganzen Körper ausbreiten. So kann die festgehaltene Energie wieder frei fließen. Anschließend entsteht oft ein Gefühl von Sicherheit, weil die alte Stressantwort losgelöst wird und traumatische Reaktionen im Körper abgebaut werden können. Alte Trigger verschwinden mit der Zeit, weil das Nervensystem nicht mehr im alten Gefahrenmodus ist und der Traumazyklus beendet werden konnte. 

Der Psoas ist auch verbunden mit unserer Zwerchfellmuskulatur. Oft wird die Atmung festgehalten, ein Weinen unterdrückt, oder der Brustbereich ist nach einem Trauma eng geworden. Das Zittern löst auch Spannungen im Atemraum und geht bis hin zum Kiefer, der oft festgehaltene Energie trägt (das äußert sich durch verkrampften Kiefer und Zähneknirschen).

Neurogenes Zittern hilft unserem Nervensystem sich selbst regulieren zu dürfen und zu entspannen. Das parasympathische Nervensystem kann wieder aktiviert werden und Stressantworten des sympathischen Nervensystems werden losgelassen. TREreduziert eine hohe Ansammlung an Stresshormonen im Körper – überschüssiges Adrenalin wird abgebaut – und lässt ihn aus Freeze-Zuständen (Starre) herauskommen. Dem Körper erlaubt es auch Stress loszulassen, ohne dass wir genau wissen woher er kommt (z.B. Unbewusstes aus der Kindheit). Dafür sind keine Worte notwendig. 

Neurogenes Zittern ist eine subkortikale, intrisische Reaktion, also ein natürlicher Reflex des Nervensystems in unserem Körper. Die Bewegungen gehen demnach von tieferliegenden Gehirnstrukturen (z.B. Hirnstamm) über die Wirbelsäule in den Körper aus. Durch dieses automatische Regulieren wird unser Muskelgewebe, unser inneres Erleben und unsere Wahrnehmung der Umwelt entspannter. Es bringt uns das natürliches Pulsieren von unserem Organismus zurück.

TRE führt zu einer konstanten Kommunikation zwischen afferenten und efferenten Neuronen im Nervensystem, d.h. es stellt eine wechselseitige Verbindung zwischen Körper und Gehirn her. Dies geschieht automatisch. Es kann so die Wahrnehmung und die Empfindungen des Körpers stärken. Wir können uns mit uns selbst in unserem Körper verbinden und in einen regulierten und ruhigeren Zustand zurückfinden. 

Neurogenes Zittern ist ein natürlicher, angeborener Reflex des Körpers: Es ist die Fähigkeit Spannungen, Stress und Trauma aus dem Körpergedächtnis zu lösen. So können wir uns wieder lebendiger und fröhlicher fühlen.